Geschlecht und Innovation
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Methoden zur Analyse des biologischen (Sex) und sozialen Geschlechts (Gender)

Biologisches und soziales Geschlecht können sich auf alle Phasen von Forschungs- oder Entwicklungsprozessen auswirken: von strategischen Überlegungen zur Festlegung von Prioritäten und Theoriebildung bis hin zu eher routinemäßigen Aufgaben wie Frageformulierungen, Methodenentwicklung und Datenauswertung. Wird die Analyse des biologischen und sozialen Geschlechts von Anfang an im Forschungsdesign berücksichtigt, lassen sich viele Fallstricke vermeiden, während sich zugleich neue Ideen und Möglichkeiten eröffnen. Im Zusammenspiel mit anderen Methoden funktioniert die Analyse des biologischen und sozialen Geschlechts in einem bestimmten Forschungsfeld als zusätzliches „Instrument der Qualitätssicherung“ (beziehungsweise als Filter von Verzerrungen) und stellt so auf der Ebene der Forschung, der Maßnahmen und Verfahrensweisen sowie der Praxis von Wissenschaft, Medizin und Technik eine kritische und sorgfältige Arbeitsweise sicher.

In diesem Abschnitt werden die aktuellsten derzeit verfügbaren Methoden zur Analyse des biologischen und sozialen Geschlechts vorgestellt. Wie bei jeder anderen Methodensammlung werden, sobald sich die Rahmenbedingungen ändern, auch in diesem Bereich künftig neue Methoden ausgearbeitet, andere hingegen verworfen werden. Ob sich die Umsetzung dieser Methoden als sinnvoll erweist, hängt, wie bei anderen Forschungsmethoden auch, von der Kreativität des Forschungsteams ab. Es gibt kein Rezept, das sich einfach in Forschungs- oder Entwicklungsprozesse integrieren ließe. ForscherInnen sollten alle möglichen Methoden in Betracht ziehen und kreativ darüber nachdenken, wie sie ihre eigene Forschung anreichern können. Die Anwendung dieser Methoden erfolgt in den Fallstudien.